Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste / Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (Information-Broker): Ausbildung und Berufsalltag (DIPF Frankfurt)
Der Jobreport - Mit Jobinterview und JOEYJobtest
Lotse im Informationsdschungel - Der Beruf des / der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (kurz: FaMI) der Fachrichtung Information und Dokumentation ist einer der neuen Berufe des Informationszeitalters. Wenn du Interesse an neuen Medien (also Computer und Internet) und wenn du gerne nach Informationen stöberst (recherchierst), könnte dieser Beruf etwas für dich sein!
Wie ein exemplarischer Tagesablauf eines / einer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste – Fachrichtung Information und Dokumentation – aussieht, schildert Azubi Florian Dolvig, 19 Jahre:
Als Auszubildender zum FaMI lernt man alle Abteilungen der Forschungsbibliothek des DIPF in Frankfurt am Main kennen: Erwerbung, Katalogisierung, Ausleihe, Zeitschriftenabteilung. Diesen Monat bin ich dafür zuständig, Zeitungsartikel zu dokumentieren. Das heißt:
Um 8 Uhr morgens bekomme ich von Kollegen die Tageszeitungen vom Vortag und / oder die Wochenzeitungen von voriger Woche. Meine Aufgabe besteht zunächst darin, alle für unser Institut wichtigen Artikel zu markieren und auszuschneiden. Das sind Artikel, die sich mit dem übergeordneten Thema „Bildung“ befassen. Dies nimmt einen guten Teil des Vormittags in Anspruch.
Anschließend müssen die Artikel archiviert werden, das heißt sie erhalten eine Nummer, werden geordnet, abgeheftet, und in unserer Datenbank katalogisiert. Dazu suche ich die Artikel nach wichtigen Begriffen ab, die den Inhalt beschreiben. Die „Schlagworte“, wie wir diese Begriffe nennen, gebe ich dann in den Datensatz zum Artikel ein. Das hat folgenden Zweck:
Wenn später ein Kunde z.B. zum Thema „Rechtschreibreform“ Informationen sucht, gebe ich die Schlagworte „Rechtschreibung“ und „Reform“ in die Datenbank ein und der Computer liefert mir eine Liste aller zutreffenden Artikel.
Anhand ihrer Nummer kann ich sie aus den Archivordnern heraussuchen und dem Kunden zum Lesen oder Kopieren geben.
Nachmittags arbeite ich mit den anderen FaMI-Azubis und den FaMI-Azubis mit Sehbehinderung in dem Projekt „Informationssystem Medienpädagogik“. Dabei geht es um die bereits angespochenen Aufgaben: Bestellung, Inventarisierung, Katalogisierung von Medien.
Der Inhalt der Medien wird durch Schlagwörter und eine inhaltliche Zusammenfassung (Abstract) von einer wissenschaftlichen Dokumentarin beschrieben, wir geben die Daten in die Datenbank ein. Wenn ihr euch das Ergebnis unserer Arbeit anschauen möchtet, dann ruft die Internetseite http://www.ism-info.de auf.
Nächste Woche werde ich in der Ausleihe arbeiten. Dort werde ich viel Kundenkontakt haben. Ich helfe bei der Beratung der Kunden, hole die Bücher und Artikel aus dem Regal und bringe sie den Kunden.
Um die Bücher schnell zu finden, muss ich mich gut in der Systematik der Bibliothek auskennen. Das ist die thematische Aufstellungsordnung der Bücher im Regal.
Wenn ein Benutzer eines der Bücher nach Hause ausleihen möchte, lese ich – ähnlich wie an der Supermarktkasse – mit einem kleinen Gerät den Strichcode zuerst auf seinem Ausweis und dann auf dem Buch ein, das heißt „auf dem Konto verbuchen“. Danach kann er das Buch mitnehmen.
Genau so funktioniert es bei der Rückgabe von Büchern. Wenn wir ein Buch selbst nicht haben, recherchiere ich im Online-Katalog der Universitätsbibliothek, bestelle es elektronisch und hole es später dort für den Benutzer ab. Diesen Service bieten wir allerdings nur für Mitarbeiter des DIPF an.
Interview & Recherche: Arne R. Tyarks (Red.)
Das DIPF
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unterstützt Bildungspraxis, Bildungspolitik, Bildungsverwaltung und Bildungsforschung;
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erarbeitet und vermittelt zentrale Fachinformationen unter Nutzung moderner Kommunikationsverfahren;
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evaluiert Bildungsprogramme, Bildungsinstitutionen und Bildungssysteme;
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berät und begleitet Initiativen zur Qualitätsverbesserung und -sicherung im Bildungswesen;
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trägt durch eigene Beiträge zu den theoretischen, empirischen und methodischen Grundlagen der nationalen und internationalen Bildungsforschung bei;
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fördert den wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Nachwuchs.
Das DIPF ist eine Serviceeinrichtung mit Forschungsaufgaben, die anwendungsorientierte informationswissenschaftliche Forschungen und Entwicklungen einschließen. Es versteht sich als multidisziplinäres Forum für den bildungspolitischen und wissenschaftlichen Diskurs zu Fragen der Bildungsqualität sowie als nationales Kompetenzzentrum für Informationen und Fragen zum Bildungswesen in synchroner und diachroner Perspektive.
Das Institutsprofil wird von zwei Schwerpunktthemen bestimmt: Bildungsinformation und Bildungsforschung. Die Service- und Forschungsaktivitäten sind aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf diese Leitthemen bezogen.
Ausbildungsinhalte
Während des 1. und 2 Jahr Ausbildungsjahr lernen alle Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste:
- wie man Medien, Informationen und Daten erfasst und erschließt
- wie man Medienbestände und sonstige Informationsträger sichert
- wie man Informations- und Kommunikationssysteme einsetzt
- wie man in Datenbanken und -netzen recherchiert
- wie man an der Öffentlichkeitsarbeit und am Marketing mitwirkt
- wie man Medien, Informationen und Daten beschafft und erwirbt
- wie man Kunden und Benutzer informiert, berät und betreut
Im 3. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden, die die Fachrichtung Information und Dokumentation gewählt haben, außerdem:
- wie man Informationsquellen für die Beschaffung von Medien, Daten und Fakten nutzt
- wie man Medien nach den Regeln der formalen Erfassung bearbeitet
- wie man bei der inhaltlichen Erschließung mitwirkt
- wie man Dateien und Datenbanken verwaltet und pflegt
- wie man Daten und Fakten strukturiert und erfasst
- wie man Kundenanfragen bearbeitet und in Datenbanken und Datennetzen recherchiert
- wie man Informationen und Medien für Kunden mittels elektronischer und konventioneller Liefersysteme beschafft
- wie man Informationen aufbereitet und Informationsdienste zusammenstellt
- wie man bei Schulungen und Veranstaltungen mitwirkt
- wie man bei der Akquisition von Kunden mitwirkt
Während des theoretischen Unterrichts in der Berufsschule
- Die eigene Berufsausbildung aktiv mitgestalten
- Aneignen von Medienkompetenz
- Beschaffen von Medien und Informationen
- Erfassen und Erschließen von Medien und Informationen
- Informieren und Anleiten von Kunden/Nutzern
- Bearbeiten der Bestände
- Fachrichtungsspezifisches Erschließen von Medien und Informationen
- Recherchieren, Aufbereiten und Bereitstellen von Informationen und Medien
- Herstellen und Gestalten von Informationsdiensten
- Fachrichtungsspezifisches Erschließen und Recherchieren spezieller Medien und Informationen
- Beraten und Betreuen von Kunden/Nutzern
- mit internen und externen Partnern kooperieren
- Anwenden von Marketingstrategien und Marketinginstrumenten
Ausbildungvergütung
Auszubildende erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung, deren Höhe tarifvertraglich festgelegt wird.
Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung pro Monat in Euro betrug im Jahr 2004 für diesen Ausbildungsberuf in den einzelnen Ausbildungsjahren:
Bereich Öffentlicher Dienst
Alte Bundesländer
1. Ausbildungsjahr: € 617
2. Ausbildungsjahr: € 666
3. Ausbildungsjahr: € 711
Neue Bundesländer
1. Ausbildungsjahr: € 571
2. Ausbildungsjahr: € 616
3. Ausbildungsjahr: € 658
Quelle:
- Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB). Die Daten der DAV resultieren aus regelmäßigen Auswertungen und Analysen der tariflichen Ausbildungsvergütungen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB). Sie werden jedes Jahr veröffentlicht. www.bibb.de
Kontaktadressen der Interessenverbände
Adressen (Berufs-/Interessenverbände,
Arbeitgeber-/Arbeitnehmer-Organisationen)
Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. (DGI)
Ostbahnhofstraße 13
60314 Frankfurt
Fon: 0 69/43 03 13
Fax: 0 69/4 90 90 96
eMail: zentrale@dgi-info.de
Internet: http://www.dgd.de
Internationaler Verband für Information und Dokumentation (FID)
Prins-Willem-Alexanderho 5
NL-2509 LK Den Haag
Fon: 00 31/70/3 14 08 84
Fax: 00 31/70/3 83 48 27
eMail: IFLA@ifla.org
Internet: http://www.ifla.org
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft e.V.
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin
Fon: 0 30/69 56-0
Fax: 0 30/69 56-31 41
eMail: info@verdi.de
Internet: http://www.verdi.de
Institut für Urheber- und Medienrecht
Salvatorplatz 1
80333 München
Fon: 089/29 19 54-70
Fax: 0 89/29 19 54-80
eMail: institut@urheberrecht.org
Internet: http://www.urheberrecht.org
Quelle: www.berufenet.de
Statement von Florian Dolvig, 19 Jahre:
„Ich habe diesen Beruf gewählt, weil ich generell an den Medien interessiert bin, aber nichts Kaufmännisches machen wollte. Außerdem ist dieser Beruf, der ja im Informationsgeschäft zuhause ist, recht zukunftssicher.
Mir gefällt auch an der Ausbildung, daß man stets mit aktuellen Informationen arbeitet, daß man Kundenkontakt hat und daß man mit dem Computer arbeiten kann. Ingesamt also ein abwechslungsreicher Beruf.
Nicht so sehr gefällt mir, wenn Kunden mit einer schwierig zu bearbeitenden Anfrage kommen, bei der man sehr viel Recherche-Zeit braucht. Manchmal recherchiert man auch unnötig viel, wenn der Kunde seine Anfrage nicht präzise genug formuliert hat. Deshalb muss man dem Kunden immer genau zuhören und auch oft noch einmal nachfragen, was er genau meint.“
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Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste / Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste: Aufgaben und Tätigkeiten
Was macht ein FaMI? Die Hauptaufgabe eines FaMI ist es, Informationen zu bestimmten Themen zu sammeln, mit Hilfe technischer Mittel aufzubereiten und damit wiederauffindbar zu machen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Recherche nach Informationen.
Wo arbeiten FaMI?
Es gibt fünf große Bereiche in denen FaMI ausgebildet werden:
- Bibliotheken
- Archive
- Bildagenturen
- Medizinische Dokumentation
- Informations- und Dokumentationsstellen
Hier kannst du testen, ob das der richtige Beruf für dich sein könnte.
Kurz zusammengefasst:
Was der JOEYJobtest kann: Der JOEYJobtest fasst, anhand von ca. 40-45 von dir beantworteten Fragen, deine Selbsteinschätzung zu deiner Eignung und Neigung zu einem Beruf zusammen, wertet diese aus und gibt dir über ein Sofortergebnis am Bildschirm Impulse, entweder weiterzumachen oder dich vielleicht anders zu orientieren.
Die Testfragen sind mit vielen Beispielen belegt, dadurch erhältst du auch auf diesem Wege Informationen zum Beruf.
Was der JOEYJobtest nicht kann: Der JOEYJobtest ist kein (tiefen-) psychologischer Test und kein Wissenstest und nicht gleichzusetzen mit Einstellungstests von Unternehmen/ Einrichtungen!
Bist du an weiterführenden psychologischen/ wissenschaftlichen (i.d.R. kostenpflichtigen) Tests interessiert, findest du hier Informationen dazu:
http://www.boyng.de/5390 „Berufseignungs- und Interessentests im Internet oder unter http://www.boyng.de/5904 „Eignungs- und Berufseinstellungstests: Mit welchen Büchern du dich vorbereiten kannst"
Weitere Informationen zum JOEYJobtest findest du am Anfang von jedem Test.
Unsere Empfehlung in der Berufsorientierung lautet:
Stufe 1 - Die Theorie
- Informiere dich
- Teste dich
- Sprich mit anderen über deine Vorstellungen
- Nimm Beratung in Anspruch
Stufe 2 - Die Praxis
- Geh zu Führungen, Schnuppertagen, Infotagen, Tagen der offenen Tür in Unternehmen/ Einrichtungen
- Beteilige dich an Projektwochen
- Bewirb dich für ein Praktikum














