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Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste / Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (sehbehindert): Ausbildung und Berufsalltag (DIPF Frankfurt)

Der Jobreport - Mit Jobinterview und JOEYJobtest

Der Beruf des / der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (kurz: FaMI) der Fachrichtung Information und Dokumentation ist einer der neuen Berufe des Informationszeitalters, der mit den üblichen technischen Hilfsmitteln auch von Sehbehinderten und Blinden ausgeübt werden kann. Wenn du Interesse an Büchern, neuen Medien (also Computer und Internet) hast und wenn du gerne nach Informationen stöberst (recherchierst), könnte dieser Beruf etwas für dich sein!

Wie ein exemplarischer Tagesablauf des / der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste mit Sehbehinderung bzw. Erblindung aussieht, schildert dir Ursula Hartmann, 38, Azubine im 2. Ausbildungsjahr beim DIPF:

Ursula Hartmann Auszubildende
Um am Computer überhaupt arbeiten zu können, benötige ich spezielle Hilfsmittel: Dies ist zum einen eine künstliche Sprachausgabe, die mir den Inhalt des Bildschirms vorliest. Zum anderen habe ich noch eine Braillezeile, auf der ich jeweils eine Zeile des Bildschirms in Punktschrift/Blindenschrift lesen kann.

Nicht zuletzt gehört zu meinem Arbeitsplatz noch ein Scanner, der mir normale, gedruckte Texte zugänglich macht, indem er sie in Computerdaten umwandelt, die ich dann wieder über meine Braillezeile lesen kann. Nachmittags arbeite ich mit den anderen FaMI-Azubis und FaMI-Azubis mit Sehbehinderung in dem Projekt „Informationssystem Medienpädagogik“. Dabei geht es um die Bestellung, Inventarisierung, Katalogisierung von Medien zum Thema Medienpädagogik. Wenn ihr euch das Ergebnis unserer Arbeit anschauen möchtet, dann ruft die Internetseite http://www.ism-info.de auf.

Ich arbeite auch in der Erwerbungsabteilung. Dort geht es darum, Medien zu beschaffen. Ich bestelle die Bücher entweder per Brief oder per E-Mail bei einem Verlag. Wenn das Buch geliefert wird, katalogisiere ich es.

Der Sehbehinderte oder Blinde ist natürlich an seinen Arbeitsplatz mit seinen technischen Hilfsmitteln gebunden, sodass er - im Gegensatz zu den sehenden Mitarbeitern - nicht physisch die Abteilungen durchläuft. Wenn man als blinder FaMI "in einer Abteilung" arbeitet, bedeutet dies nur, dass einem der Abteilung entsprechende Aufgaben an den Arbeitsplatz gebracht werden bzw. per E-Mail gesendet werden.

E-Mail und Internet sind die zentralen Kommunikationsmittel, mit denen Sehende und Sehbehinderte fast störungsfrei miteinander Informationen austauschen können, da Schriften nicht erst in Blindenschrift übersetzt werden müssen oder umgekehrt. Sie sind bereits als Daten im Computer gespeichert und können in beliebiger Form lesbar gemacht werden: Per Braillezeile in Brailleschrift oder per Sprachausgabe über die Soundkarte für Blinde, oder eben auf konventionellem Wege für Sehende.

Morgen werde ich weiter an der Erschließung der Monografie über Kinderfernsehen arbeiten, sowie mein Berichtsheft, das ja jeder Auszubildende führen muß, aktualisieren.

Das DIPF

  • unterstützt Bildungspraxis, Bildungspolitik, Bildungsverwaltung und Bildungsforschung;
  • erarbeitet und vermittelt zentrale Fachinformationen unter Nutzung moderner Kommunikationsverfahren; 
  • evaluiert Bildungsprogramme, Bildungsinstitutionen und Bildungssysteme;
  • berät und begleitet Initiativen zur Qualitätsverbesserung und -sicherung im Bildungswesen; 
  • trägt durch eigene Beiträge zu den theoretischen, empirischen und methodischen Grundlagen der nationalen und internationalen Bildungsforschung bei;
  • fördert den wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Nachwuchs.

Das DIPF ist eine Serviceeinrichtung mit Forschungsaufgaben, die anwendungsorientierte informationswissenschaftliche Forschungen und Entwicklungen einschließen. Es versteht sich als multidisziplinäres Forum für den bildungspolitischen und wissenschaftlichen Diskurs zu Fragen der Bildungsqualität sowie als nationales Kompetenzzentrum für Informationen und Fragen zum Bildungswesen in synchroner und diachroner Perspektive.

Das Institutsprofil wird von zwei Schwerpunktthemen bestimmt: Bildungsinformation und Bildungsforschung. Die Service- und Forschungsaktivitäten sind aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf diese Leitthemen bezogen.

Wie funktioniert das eigentlich, Blinde am Computer?

Das wichtigste ist natürlich, daß man die Texte und Menüs, die auf dem Bildschirm angezeigt werden, so umwandelt, daß sie auch von blinden und sehbehinderten Menschen gelesen werden können. Bei Sehbehinderten genügt es oft schon, die Schrift durch kontrastreiche Farben besonders deutlich zu machen oder sie mit spezieller Software zu vergrößern. Blinde benutzen Sprachausgaben, die Texte mit einer künstlichen Stimme über die PC-Soundkarte vorlesen. Außerdem gibt es sogenannte Braillezeilen, ein Zusatzgerät, daß Texte in Punktschrift anzeigt. Bei der Punktschrift wird jeder Buchstabe durch ein bestimmtes Muster von 1 bis 8 Punkten dargestellt, die normalerweise in verdicktes Papiergestanzt werden. Bei der Braillezeile werden sie durch kleine Metallstäbchen dargestellt.

Damit lassen sich die meisten Bildschirminformationen rüberbringen. Außerdem sind die Sprachausgaben auch ein bißchen „intelligent“ programmiert, damit sie nicht einfach stur alles von links oben nach rechts unten vorlesen, was auf dem Bildschirm steht, sondern nur das, was man gerade wissen will. Zum Beispiel kann man sich auf Knopfdruck den Buchstaben, das Wort oder die Zeile vorlesen lassen, auf der der Cursor gerade blinkt. Im Internet kann man schnell von einem Link zum nächsten springen oder sich in einer Excel-Tabelle eine bestimmte Zelle ansagen lassen. Sogar die optische Gestaltung von Text, also die Schriftart, die Farbe und der Schriftschnitt werden von der Hilfsmittelsoftware erkannt und bei Bedarf angesagt.

Soweit die Computerwelt. Aber was machen Blinde und Sehbehinderte, wenn sie einen Text auf Papier lesen wollen? Auch hier hilft die Technik. Für sehbehinderte Menschen, für die eine Lupe oder Spezialbrille nicht mehr ausreicht, gibt es sogenannte Bildschirm-Lese-Geräte, Eine Kombination aus Kamera und Bildschirm, bei der ein Text oder ein Bild einfach von einer Spezialkamera erfaßt und auf dem Monitor vergrößert wiedergegeben wird. Blinde Menschen benutzen dafür einen Scanner mit einer Texterkennungssoftware, die den Text in einem Buch oder einer Zeitschrift analysiert und in ASCII-Zeichen umsetzt, so daß am Ende wieder eine Text-Datei Herauskommt. Ist der Text erst digitalisiert, kann er wieder mit Sprachausgabe oder Braillezeile gelesen werden.

(Jürgen Bopp, DIPF, 2002)

Ausbildungsinhalte


Während des 1. Und 2 Jahr Ausbildungsjahr lernen alle Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste:


  • wie man Medien, Informationen und Daten erfasst und erschließt
  • wie man Medienbestände und sonstige Informationsträger sichert
  • wie man Informations- und Kommunikationssysteme einsetzt
  • wie man in Datenbanken und -netzen recherchiert
  • wie man an der Öffentlichkeitsarbeit und am Marketing mitwirkt
  • wie man Medien, Informationen und Daten beschafft und erwirbt
  • wie man Kunden und Benutzer informiert, berät und betreut


Im 3. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden, die die Fachrichtung Information und Dokumentation gewählt haben, außerdem:


  • wie man Informationsquellen für die Beschaffung von Medien, Daten und Fakten nutzt
  • wie man Medien nach den Regeln der formalen Erfassung bearbeitet
  • wie man bei der inhaltlichen Erschließung mitwirkt
  • wie man Dateien und Datenbanken verwaltet und pflegt
  • wie man Daten und Fakten strukturiert und erfasst
  • wie man Kundenanfragen bearbeitet und in Datenbanken und Datennetzen recherchiert
  • wie man Informationen und Medien für Kunden mittels elektronischer und konventioneller Liefersysteme beschafft
  • wie man Informationen aufbereitet und Informationsdienste zusammenstellt
  • wie man bei Schulungen und Veranstaltungen mitwirkt
  • wie man bei der Akquisition von Kunden mitwirkt


Während des theoretischen Unterrichts in der Berufsschule


  • Die eigene Berufsausbildung aktiv mitgestalten
  • Aneignen von Medienkompetenz
  • Beschaffen von Medien und Informationen
  • Erfassen und Erschließen von Medien und Informationen
  • Informieren und Anleiten von Kunden/Nutzern
  • Bearbeiten der Bestände
  • Fachrichtungsspezifisches Erschließen von Medien und Informationen
  • Recherchieren, Aufbereiten und Bereitstellen von Informationen und Medien
  • Herstellen und Gestalten von Informationsdiensten
  • Fachrichtungsspezifisches Erschließen und Recherchieren spezieller Medien und Informationen
  • Beraten und Betreuen von Kunden/Nutzern
  • mit internen und externen Partnern kooperieren
  • Anwenden von Marketingstrategien und Marketinginstrumenten

Ausbildungvergütung

Auszubildende erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung, deren Höhe tarifvertraglich festgelegt wird.

Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung pro Monat in Euro betrug im Jahr 2004 für diesen Ausbildungsberuf in den einzelnen Ausbildungsjahren:

Bereich Öffentlicher Dienst
Alte Bundesländer

      1. Ausbildungsjahr: € 617

      2. Ausbildungsjahr: € 666

      3. Ausbildungsjahr: € 711

Neue Bundesländer

       1. Ausbildungsjahr: € 571

       2. Ausbildungsjahr: € 616

       3. Ausbildungsjahr: € 658

Quelle:

  • Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB). Die Daten der DAV resultieren aus regelmäßigen Auswertungen und Analysen der tariflichen Ausbildungsvergütungen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB). Sie werden jedes Jahr veröffentlicht. www.bibb.de

Kontaktadressen der Interessenverbände

Adressen (Berufs-/Interessenverbände,
Arbeitgeber-/Arbeitnehmer-Organisationen)

Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V.  (DGI)
Ostbahnhofstraße 13
60314 Frankfurt
Fon: 0 69/43 03 13
Fax: 0 69/4 90 90 96
eMail: zentrale@dgi-info.de
Internet: http://www.dgd.de

Internationaler Verband für Information und Dokumentation (FID)
Prins-Willem-Alexanderho 5
NL-2509 LK Den Haag
Fon: 00 31/70/3 14 08 84
Fax: 00 31/70/3 83 48 27
eMail: IFLA@ifla.org
Internet: http://www.ifla.org

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft e.V.
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin
Fon: 0 30/69 56-0
Fax: 0 30/69 56-31 41
eMail: info@verdi.de
Internet: http://www.verdi.de

Institut für Urheber- und Medienrecht
Salvatorplatz 1
80333 München
Fon: 089/29 19 54-70
Fax: 0 89/29 19 54-80
eMail: institut@urheberrecht.org
Internet: http://www.urheberrecht.org


Quelle: www.berufenet.de

Statement von Ursula Hartmann, 38, Azubine beim DIPF:

"Mir gefällt an der Ausbildung und am Beruf, daß ich mein Interesse an Sprache hier gut einbringen kann. Außerdem lernt man neue Sachen dazu - gerade habe ich z. B. eine HTML-Schulung hinter mir.

Nicht so gut gefällt mir, daß man nur am Computer sitzt."

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Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste / Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste: Aufgaben und Tätigkeiten

Was macht ein FaMI? Die Hauptaufgabe eines FaMI ist es, Informationen zu bestimmten Themen zu sammeln, mit Hilfe technischer Mittel aufzubereiten und damit wiederauffindbar zu machen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Recherche nach Informationen.


Wo arbeiten FaMI?

Es gibt fünf große Bereiche in denen FaMI ausgebildet werden:

  • Bibliotheken
  • Archive
  • Bildagenturen
  • Medizinische Dokumentation
  • Informations- und Dokumentationsstellen

Hier kannst du testen, ob das der richtige Beruf für dich sein könnte.


Kurz zusammengefasst:

Was der JOEYJobtest kann: Der JOEYJobtest fasst, anhand von ca. 40-45 von dir beantworteten Fragen, deine Selbsteinschätzung zu deiner Eignung und Neigung zu einem Beruf zusammen, wertet diese aus und gibt dir über ein Sofortergebnis am Bildschirm Impulse, entweder weiterzumachen oder dich vielleicht anders zu orientieren.


Die Testfragen sind mit vielen Beispielen belegt, dadurch erhältst du auch auf diesem Wege Informationen zum Beruf.

Was der JOEYJobtest nicht kann: Der JOEYJobtest ist kein (tiefen-) psychologischer Test und kein Wissenstest und nicht gleichzusetzen mit Einstellungstests von Unternehmen/ Einrichtungen!

Bist du an weiterführenden psychologischen/ wissenschaftlichen (i.d.R. kostenpflichtigen) Tests interessiert, findest du hier Informationen dazu:

http://www.boyng.de/5390 „Berufseignungs- und Interessentests im Internet oder unter http://www.boyng.de/5904 „Eignungs- und Berufseinstellungstests: Mit welchen Büchern du dich vorbereiten kannst"

Weitere Informationen zum JOEYJobtest findest du am Anfang von jedem Test.

Unsere Empfehlung in der Berufsorientierung lautet:

Stufe 1 - Die Theorie

  • Informiere dich
  • Teste dich
  • Sprich mit anderen über deine Vorstellungen
  • Nimm Beratung in Anspruch

Stufe 2 - Die Praxis

  • Geh zu Führungen, Schnuppertagen, Infotagen, Tagen der offenen Tür in Unternehmen/ Einrichtungen
  • Beteilige dich an Projektwochen
  • Bewirb dich für ein Praktikum

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