Trendy: Telearbeit – My home is my office
Vom Bett ins Büro in 10 Sekunden
Davon träumen viele: Freie Zeiteinteilung für Arbeit und Familie, trotz Kindern berufstätig sein oder einfach selbständig seinen Arbeitstag organisieren. Telearbeit heißt das Zauberwort, ganz nach dem Motto: Bringt die Arbeit zum Menschen statt den Menschen zur Arbeit. Das Internet macht’s möglich und die eigene Wohnung wird zum Arbeitsplatz. Allerdings ohne ein gutes technisches Verständnis, einer hohen Eigenmotivation und viel Organisationstalent platzt der Traum von selbständiger und flexibler Arbeit in den eigenen vier Wänden bald.
Rund 15 Millionen Amerikaner arbeiten teilweise oder ausschließlich im eigenen Büro als Telearbeiter – und die Zahl steigt jährlich um etwa 15 Prozent. In Deutschland arbeiteten im Jahr 2004 gemäß Bundesministerium immerhin 5 Prozent der männlichen und 5,4 Prozent der weiblichen Erwerbstätigen hauptsächlich, d.h. an mindestens der Hälfte der Arbeitstage, von zu Hause aus. Das Interesse an dieser Arbeitsform ist jedoch groß. Eine Online-Umfrage der Jobbörse Monster hat ergeben, dass 82 Prozent der Befragten gern von zu Hause aus arbeiten würden. Nur jeder sechste wollte Arbeit und Wohnung strikt trennen.
Worum geht's eigentlich?
Telearbeit ist jede auf Informations- und Kommunikationstechnik gestützte Tätigkeit, die ausschließlich oder zeitweise an einem außerhalb der zentralen Betriebsstätte liegenden Arbeitsplatz verrichtet wird. Dieser Arbeitsplatz ist mit der zentralen Betriebsstätte durch elektronische Kommunikationsmittel verbunden. In der Regel erfolgt Telearbeit heimbasiert in der eigenen Wohnung.
(Quelle: Bundesamt für Wirtschaft und Technologie)
Eine Menge Vorteile
Telearbeit bringt eine Menge Vorteile:
- Beruf und Familie lassen sich besser vereinbaren, z.B. können Mütter ihre Kinder im Auge behalten und trotzdem berufstätig sein
- Mehr Zeit, da der Arbeitsweg wegfällt (was auch der Umwelt zu Gute kommt)
- Mehr Eigenverantwortung und Selbständigkeit als im Büro
- Größere Flexibilität und Freiheit bei der Zeiteinteilung
- Ideen können auch außerhalb der regulären Arbeitszeit umgesetzt werden
- Erleichterung der Wiedereingliederung in das Erwerbsleben für bestimmte Gruppen (Beschäftigte mit Familie, Alleinerziehende, Behinderte)
- Qualitätssteigerung durch angenehmeres Arbeiten am Telearbeitsplatz
Für den Arbeitgeber bringt die Telearbeit ebenfalls den Vorteil, dass das Unternehmen die Zahl der Büroarbeitsplätze reduzieren und damit vor allem an der Büro-Miete sparen kann. Zudem sind Telearbeitende oft motivierter und effizienter.
Die Kehrseite
Bequemes Arbeiten, wenn man - wie ich - sein Büro zu Hause hat, bietet viele Vorteile, aber auch Nachteile, über die sich viele gar nicht im Klaren sind. Telearbeit birgt Risiken wie eine mögliche soziale Isolation, mangelnde Trennung von Beruf- und Privatleben, Gefahr der Selbstausbeutung oder geringere berufliche Aufstiegschancen, da Telearbeiter den Zugang zum „Flurfunk“ verlieren und dadurch schleichende Veränderungen im Unternehmen nicht oder nur verspätet mit bekommen.Fehlende Kommunikation hat auch anderweitig ihre Tücken. Aufgrund missverständlicher Arbeitsbeschreibungen oder im Falle falsch verstandener Aufträge besteht die Gefahr, dass Arbeitsleistungen nicht korrekt oder nicht vollständig erbracht werden, wodurch Arbeitszeit verloren geht und zusätzlicher Termindruck entsteht.
Die Krux der Freiheit
Es ist nicht immer einfach, mit den erhaltenen Freiheiten umzugehen. Telearbeit erfordert eine hohe Disziplin und klare Strukturen, da z.B. der Fernseher gleich nebenan steht. Ablenkungen durch Familie oder Alltagsaufgaben – sei es auch nur, dass der Postbote klingelt – können relativ häufig sein. Plötzlich hat man den Staubsauger statt die Computermaus in der Hand.
Wenn der Arbeitstag nie endet
Nicht zu unterschätzen ist ein gewisser Rechtfertigungszwang, dem viele Telearbeiter insbesondere am Anfang unterliegen. Dieser kann dazu führen, dass im Endeffekt erheblich mehr Stunden geleistet werden als am betrieblichen Arbeitsplatz.
Wenn ich aus dem Büro gehe und nach Hause fahre, ist Feierabend. Freizeit und Arbeit ist klar getrennt. Bei der Arbeit zu Hause besteht die Gefahr, dass die Arbeit in die Freizeit überfließt und jene auffrisst. Eine klare Struktur ist auch zu Gunsten der Freizeit notwendig, da man sich sonst noch um Mitternacht vor dem PC vorfindet. Oder man sitzt im Feierabend kurz an den Computer, um „noch schnell“ etwas für die Arbeit zu erledigen, bleibt hängen und ist plötzlich wieder mitten in der Arbeit.
10 Tipps für eine produktive und freizeitverträgliche Telearbeit
- Beginne deinen Arbeitstag mit einer Aufgabe, die einfach ist, Spaß macht oder besonders interessiert. Das hilft, Schwung für den ganzen Tag zu holen.
- Halte dich wann immer möglich an einen geregelten Tagesablauf. Notiere beispielsweise die geleistete Arbeitszeit inklusive Pausen und Unterbrechungen. Das verschafft dir eine Übersicht, wie viel du in der Woche tatsächlich gearbeitet hast.
- Irgendwann geht auch dein Arbeitstag zu Ende - mach Feierabend und gönne dir das Wochenende.
- Setze Termine und halte dich daran, auch wenn diese gar nicht nötig wären. Plane deine Woche und setze dir Wochenziele.
- Beseitige bzw. vermeide Ablenkungen. Vereinbare Spielregeln mit deiner Familie - so kann z.B. eine geschlossene Bürotür bedeuten: “Jetzt bitte nicht stören.”
- Trenne Arbeits- und Wohnbereich. Das gilt auch für das Telefon und wenn möglich den Computer. Auf dem Arbeitspult sollte nur das liegen, was für die aktuelle Aufgabe benötigt wird.
- Mach ab und zu einen Spaziergang, setze dich ans Seeufer, treffe Leute zum Mittagessen ... Frische Luft und der Austausch mit anderen Menschen ist wichtig und kann bei Telearbeit zu kurz kommen.
- Mach Pausen. Steh zwischendurch auf, am besten jede Stunde für 5 Minuten. Gönne dir auch eine größere Mittagspause.
- Wenn du einen schlechten Tag hast und es einfach nicht läuft, dann sei nicht zu streng mit dir selbst. Mach einfach einen halben Tag frei.
- Belohne dich, wenn du etwas Bedeutendes geschafft oder ein Projekt erfolgreich beendet hast.
Bin ich für Telearbeit geeignet?
Um erfolgreich zu Hause arbeiten zu können, sind folgende Eigenschaften nützlich:
- Eigenmotivation
- Selbstständigkeit
- Zuverlässigkeit
- Vertrauenswürdigkeit
- Technikverständnis
- Berufserfahrung
Du brauchst zudem einen geeigneten Arbeitsplatz, an dem du ruhig arbeiten kannst und der entsprechend technisch ausgerüstet ist (z.B. eine ständige, sichere und schnelle Internetverbindung).
Welche Arbeitsmöglichkeiten gibt es?
Wenn du an Telearbeit interessiert bist, deinen Arbeitsplatz teilweise oder ganz nach Hause zu verlegen, sprich deinen Arbeitgeber oder den Betriebsrat einmal darauf an. Allerdings eignet sich nicht jeder Arbeitsplatz für Telearbeit.Besonders gut für Telearbeit eignen sich beispielsweise Datenerfassung, telefonische Dienste (z.B. Hotline-Mitarbeiter), Recherche (z.B. im Journalismus), Übersetzungstätigkeiten, Internetberufe (z.B. Webdesigner).
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In diversen Inseraten werden "Traumverdienste" versprochen, die „von zu Hause aus“ mit „wenig Aufwand“ möglich seien. Und natürlich handelt es sich um ein absolut seriöses Erfolgskonzept. Man müsse nur zugreifen. Was genau dahinter steckt, wird hingegen nicht verraten. Vielmehr wird der direkte Kontakt gesucht. Bei dem persönlichen Gespräch stellt sich dann heraus, dass man entweder viel investieren oder etwas verkaufen muss.
Niemand verschenkt Geld
Über eine seriöse Tätigkeit erfährt man unverbindlich und offen im Vornherein. Wenn man erst zu einem persönlichen Gespräch zusammenkommen muss, ist bestimmt etwas faul daran. Eine seriöse Firma spielt mit offenen Karten. Abzocker lassen sich immer wieder neue und dreistere Maschen einfallen, um an das Geld der meist ahnungslosen und leider auch zu gutgläubigen Jobsuchenden zu kommen. Dabei wird oft vergessen: Niemand verschenkt Geld, auch wenn noch so viele Male das Gegenteil beteuert wird. Also - Finger weg!
Weiterführende Links
-
Neue Gefährdungspotentiale bei der Telearbeit (von Roman G. Weber)
(zu Problemen des Datenschutzes und der Datensicherheit bei Telearbeit)














