Der ergonomische Bildschirmarbeitsplatz
Über die Hälfte der Bildschirmarbeitsplätze sind sehr mangelhaft eingerichtet
Der enorme Siegeszug des Computers in unsere Arbeitswelt, aber auch in unseren privaten Bereich führte dazu, dass viele Fachleute ernste gesundheitliche Schäden für die Benutzer befürchten. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass jedes neu eingeführte Medium ähnliche Sorgen auslöste. Viele Arbeitsprozesse, die möglicherweise wesentlich stärker die Gesundheit gefährden, sind dagegen im öffentlichen Interesse in den Hintergrund getreten.
Das Problem der Bildschirmarbeit ist jedoch offenbar so groß, dass in Deutschland 1996 eine Bildschirmarbeitsverordnung erlassen wurde, die für Arbeitgeber bindend ist.
In der Praxis sieht es jedoch meist anders aus. Obwohl seit 10 Jahren die offizielle Bildschirmarbeitsverordnung besteht, waren bei einer Überprüfung der Bildschirmarbeitsplätze über die Hälfte sehr mangelhaft eingerichtet, was bei den Betroffenen in vielen Fällen zu ernsthaften gesundheitlichen Schädigungen führte.
Eine Statistik besagt, dass jährlich durchschnittlich 16 Arbeitstage krankheitsbedingt versäumt werden, ein Viertel davon durch Muskel- und Skeletterkrankungen.Du kannst deinen Bildschirmplatz verbessern. Vorbeugen ist leichter als Heilen!Dies gilt nicht nur für deine berufliche Tätigkeit am Arbeitsplatz. Gerade wenn du in deiner Freizeit viel vor dem Bildschirm sitzt, bist du besonders gefährdet, da das Gerät und auch der Sitzplatz nicht immer optimal ist.
Die Ergonomie des Bildschirmarbeitsplatzes
Der Bildschirm
Die Platzierung des Bildschirmes auf dem Arbeitstisch ist von der Art der Arbeit abhängig. Normalerweise sollte er in gerader Richtung hinter der Tastatur stehen. Wenn von einer Vorlage viele Daten eingegeben werden müssen, so sollte ein Dokumentenhalter in gleicher Höhe zum Bildschirm stehen. Er sollte drehbar sein und bis zu 20° nach hinten geneigt werden können.
- Er sollte so tief stehen, dass die oberste Schriftzeile etwas unterhalb der Augenhöhe steht.
- Keine Blendung durch Reflexe. Deshalb Aufstellung parallel zur Fensterfront.
- Optimale Größe: 15 Zoll oder besser 17 Zoll, bei Grafikarbeiten bis 21 Zoll
Flimmerfreiheit. - Gute Zeichenschärfe: Bei 15 Zoll mind. 800 x 600 Bildpunkte, bei 17 Zoll 1024 x 768
- Positivdarstellung der Zeichen, d.h. dunkle Zeichen auf hellem Grund.
- Stabiles Bild ohne Verzerrungen.
- Strahlungsarmer Bildschirm.
- Ein guter Kontrast der Zeichen zum Hintergrund wird erreicht, wenn die Leuchtdichte der Umgebung mindestens im Verhältnis 3 : 1 steht.
- Zeichen der Software müssen gut zu unterscheidbar sein : z.B. O/0, U/V,S/5
- Der Sehabstand sollte mindestens 50 cm betragen, besser jedoch 60 bis 80 cm
- Schrifthöhe abhängig vom Sehabstand: bei 50 cm mind.2,9 mm, bei 60 cm mind. 3,5 mm
- Die Bedienung sollte leicht sein, der Bildschirm sollte sich automatisch in einer Arbeitspause verdunkeln.
- Viele Probleme wie Flimmern, Bildverzerrung und Strahlung werden durch die Anschaffung eines Flachbildschirmes mit Flüssigkristallbild (LCDTechnologie) vermieden. Außerdem beansprucht er weniger Platz.
Die Tastatur
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Sollte vom Bildschirm getrennt und flach sein.
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Neigung um 15 ° sollte möglich sein.
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Vor der Tastatur sollte auf der Arbeitsplatte ein Raum von 5 bis 10 cm frei sein zur Handauflage.
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Wenn eine Taste gedrückt wird, sollte der Weg 2,4 mm und die Druckkraft 0,5, 0,8 Newton betragen. Ein deutlicher Druckpunkt sollte zu spüren sein.
Die Maus
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Getrennt von Bildschirm und Tastatur, Beweglichkeit sollte nicht durch zu kurze Leitung behindert sein.
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Sollte der Anatomie der Hand angepasst sein.
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Überbeanspruchung der Zeigefingerbewegung vermeiden.
Der Arbeitstisch
- Arbeitsfläche mindestens 160 cm breit und 80 cm tief, dunkle nicht spiegelnde
Oberfläche. - Individuelle Arbeitshöhe durch Verstellbereich zwischen 68 – 76 cm
Beinfreiheit: mindestens 60 cm breit und 65 cm hoch. -
Den Raum um den Arbeitsplatz für einen permanenten Haltungswechsel
freihalten.
Der Arbeitsstuhl
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Er sollte dem jeweiligen Benutzer ergonomisch angepasst sein und eine aufrechte Sitzposition mit Unterstützung der Wirbelsäule gewährleisten. Die Sitzfläche sollte nach vorne abgerundet sein und das Körpergewicht über das ganze Gesäß aufnehmen.
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Sitzhöhe 38-52 cm, Sitztiefe 38-44 cm, Lehnenbreite 36-48 cm, Lehnenhöhe 22/36 cm, mit 5 Rollen.
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Eine Rückwärtsneigung und ein Wippmechanismus sollte die permanente Beweglichkeit des Körpers auch in der Sitzposition ermöglichen.
- Zudem sollte das GS-Zeichen vorhanden sein (Geprüfte Sicherheit).
Die Arbeitsumgebung
Die Raumbewegung
Sie sollte am Arbeitsplatz so groß bemessen sein, dass eine ausreichende Bewegung möglich ist, da eine Bewegungsarmut die körperliche und geistige Dynamik vermindert und die Muskelaktivität und
Blutzirkulation einschränkt. Außerdem wird durch eine falsche Sitzposition die Elastizität
der Bandscheiben gefährdet.
Das Raumklima
- Temperatur 21 bis 22 Grad Celsius
- Luftfeuchtigkeit 40 bis 50 Prozent
- Luftbewegung bis 15 cm/sec.
Der Lärm
Lärm behindert eine konzentrierte geistige Tätigkeit, deshalb Lärmbegrenzung auf 35-40 dB/A. Eine absolute Stille wird jedoch auch als unangenehm empfunden.Die Raumbeleuchtung
Die optimale Beleuchtung soll augenfreundlich sein und für die Arbeitsaufgabe ausreichen. Sie sollte den Raum indirekt ohne große Schattenwirkung ausleuchten. Bei Lesearbeiten vom Papier ist zusätzlich eine direkt leuchtende Arbeitsleuchte sinnvoll. Wenn die Beleuchtung im Raum zu stark ist, wird der Kontrast zu den Zeichen des Bildschirmes gestört. Die Beleuchtungsintensität im Schreibbüro sollte 1200 Lux betragen, am Bildschirmplatz jedoch mindestens 500 Lux erreichen. Das Tageslicht sollte von links einfallen und reicht aus, wenn es mindestens 60% der Mindestbeleuchtung erreicht. Ein indirektes Kunstlicht sollte parallel zum Bildschirm in zwei Zonen im Raum angeordnet sein und nicht vom Bildschirm reflektiert werden.
Es geht um deine körperliche und geistige Gesundheit. Eine optimale Gestaltung deines Arbeitsplatzes nach ergonomischen Gesichtspunkten ist gerade gut genug für dich !
Die Auswirkungen eines falschen Arbeitsplatzes
Die Auswirkungen eines falschen Arbeit bedeutet persönlichen Einsatz und oft auch Anstrengung und Mühe. Auf die gleichen Belastungsfaktoren können Menschen sehr unterschiedlich reagieren. Je nach Veranlagung und nach persönlicher Einstellung zur Arbeit führt Stress bei dem einen zu Anpassung und Leistungssteigerung, bei anderen jedoch zu baldigem Ausfall durch Erkrankung. Eine ständige Überlastung am Arbeitsplatz führt unweigerlich zur Leistungsminderung und oft auch zu einer krankhaften Störung. Es lassen sich körperliche, psychische und soziale Störungen erkennen. Bei ständiger Überforderung sollte vom Arbeitgeber geprüft werden, ob entweder das Arbeitspensum zu hoch oder die Qualifikation des Arbeitnehmers zu niedrig ist. Unnötige Störungen durch eine minderwertige Software oder unklare und ständig wechselnde Arbeitsanweisungen sollten beseitigt werden.
Körperliche Störungen
· Gefährdung der Augen:
Bildschirmarbeit beansprucht in hohem Maße die Augen. Wenn vorher bereits unerkannt eine Sehschwäche oder eine Schielstellung der Augen bestand, werden Augen durch die Bildschirmarbeit oft zum Problem. Sie tränen, jucken, sind gerötet und eine Sehschwäche führt rasch zur Ermüdung. Deshalb sollten regelmäßig augenärztliche Untersuchungen erfolgen, die vom Arbeitgeber angeboten werden sollten. Brillenträger sollten darauf achten, dass ihre Sehschärfe auch beim Blickwinkel auf den Bildschirm für einen Sehabstand von 50 bis 80 cm ausreicht. Meist ist dies bei einer Gleitsichtbrille gewährleistet, allerdings ist die Sehschärfe bei seitlichem Blickwinkel etwas -eingeschränkt. Die Verordnung einer speziellen „Bildschirmbrille“ ist wohl meist nicht erforderlich. Lesebrillen oder bifokale Brillen sind meist nicht geeignet, da der Kopf am Bildschirm zu sehr nach oben gewendet werden muss, was schmerzhafte Verspannungen im Hals- und Schulterbereich verursacht.
· Gefährdung des Bewegungsapparates:
Eine Zwangshaltung bei schlechter Sitzstellung und die über längere Zeit andauernde Immobilität belasten die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Die Muskelaktivität erlahmt und die Blutzirkulation vermindert sich, so dass die Gewebe weniger Sauerstoff und Nährstoffe erhalten und die Ermüdungsstoffe nicht abtransportiert werden können. Es resultieren dadurch muskuläre Kraftlosigkeit, Gelenkstörungen und Elastizitätsverlust an den Bandscheiben mit Bandscheibenvorfall. Aus Arbeitnehmern werden Patienten, die über Rücken- und Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Muskelverspannungen, Gelenkschmer- zen, Verdauungsprobleme, Venenbeschwerden und Konzentrationsstörungen klagen. Diese schädlichen Folgen können durch eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes und durch einen abwechslungsreichen Arbeitsablauf mit ausreichenden Erholungspausen verhindert werden. Es gibt zudem sehr wirkungsvolle Bewegungsanleitungen, die am Arbeitsort oder beim Ausgleichsport durchgeführt werden können und dadurch die Gesundheit erhalten.
Psychische und soziale Belastung
Eine körperliche Erkrankung kränkt auch die Seele. Die andauernde Leistungsminderung schwächt das Selbstwertgefühl und führt zur Isolierung von den Arbeitskollegen. In einem Teufelskreis kann dies zum Verlust der Arbeitsstelle und zu sozialem Abstieg führen.
Bei einer guten ergonomischen Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes ist ein Mensch in der Regel nicht stärker belastet oder gefährdet als bei einer anderen Arbeit. Die ergonomischen Empfehlungen und die offizielle und bindende Bildschirmarbeitsverordnung stehen zur Verfügung. Sie sollten nur befolgt werden.














