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User-Community & Co.: Welche Daten gebe ich von mir im Internet preis I?

Im Internet haben so genannte Social Networks Hochkonjunktur. Der Reiz, über diese Seiten soziale Anerkennung zu erfahren ist gerade bei jungen Menschen bis 35 sehr groß. Das Verfahren bei allen Community-Seiten ist mehr oder weniger gleich. Man meldet sich als Nutzer an und gibt ein persönliches Profil ein, um dann alte und neue Freunde oder Gleichgesinnte zu finden und per Mausklick zu seinen Bekanntschaften zählen zu können.

Im Grunde ist gegen diese neue Form der Kontaktaufnahme nichts einzuwenden. Man sollte nur stets im Blick haben, welche Intimitäten man von sich preisgibt. Denn die vermeintlich bedenkenlose neue Art der Kommunikation birgt einige Schattenseiten. So haben zum Beispiel Spammer damit begonnen, die Angaben von Personen aus den verschiedenen Portalen miteinander zu verbinden und die so entstehenden umfassenden Persönlichkeitsprofile für ihre Mailattacken zu nutzen.

Der Vorteil für die Spammer: Durch Verwendung von persönlicher Ansprache, der Erwähnung von Freunden, die das umworbene Produkt gekauft haben oder dem Bezug auf die eigenen Interessen erhöht sich die Erfolgswahrscheinlichkeit der unerwünschten Werbemails um ein Vielfaches. Mittlerweile haben auch wirtschaftliche Unternehmen erkannt, dass die Benutzung persönlicher Daten die Wirkung von Werbung erhöht. So machte ein Portal kürzlich negative Schlagzeilen durch die Ankündigung neuer Allgemeiner Geschäftsbedingungen. Inhalt der AGB war eine Einverständniserklärung zu personalisierter Werbung via E-Mail, Instant Messenger und SMS. Stimmte man diesen AGB nicht zu, so wurde man vom Zugang zum Portal ausgeschlossen. Zum Glück konnten massive Proteste der Community die Betreiber dieser Seite zum Einlenken bewegen. Personalisierte Werbung wird jetzt „nur“ noch per Mail und innerhalb der Website erfolgen. Außerdem kann man nun auch die Zustimmung zu diesem Marketingverfahren verweigern. Die eigentlichen Gefahren lauern aber an ganz anderer Stelle. So spionieren viele Mitglieder sozialer Netzwerke über ihre Portale zum Beispiel Freunde, Mitschüler oder Kollegen aus.

Eine Magdeburger Studentin etwa wurde durch einen Unbekannten im Internet bloß gestellt. Er hatte Daten und Fotos aus einem Internet-Profil der Studentin genutzt und daraus ein gefälschtes Profil gebastelt, mit dem er die junge Frau verunglimpfte.
Auch Personalverantwortliche in Wirtschaftsunternehmen haben Social Networks als gute Möglichkeit erkannt, über zukünftige Mitarbeiter mehr zu erfahren, als aus den Bewerbungsunterlagen hervorgeht. Fotos von der letzten Party oder das Hobby „Feiern bis zum Abwinken“ können so schnell zum Karrierekiller werden.
Die meisten Nutzer ahnen gar nicht, wie sehr sie sich mit der zu arglosen Veröffentlichung ihrer Daten selbst schädigen. Denn hat man sich erst einmal im Internet verewigt, so ist es unmöglich, die Kontrolle darüber zu behalten. Letzten Endes kommt es aber darauf an, dass jeder verantwortungsvoll mit seinen Daten umgeht. Man kann einem Missbrauch schon damit vorbeugen, dass man Handy- und Festnetznummer, Email-Adresse, Anschrift etc. erst gar nicht im Internet preisgibt. Auch gilt es zu überlegen, ob die bildlich festgehaltenen Ausrutscher auf der letzten Party wirklich einem potentiellen Millionenpublikum zur Verfügung gestellt werden müssen. Und um sich ganz sicher über die Absichten und Hintergründe eines Social Network zu informieren empfiehlt sich das Lesen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen und des üblichen „Kleingedruckten“.

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