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Informatiker müssen umdenken!

Im Grenzbereich zwischen Informatik, Wirtschaft und Technik

Wie sehen die Berufschancen der Programmierer im Moment aus? Welche Anforderung stellt der Arbeitsmarkt an Informatiker? Wie können sich Informatiker für den Arbeitsmarkt besser vorbereiten? Welchen Stellenwert werden in Zukunft die Programmiersprachen am Markt haben?

Karriere im Bereich "Programmierung" in Deutschland? Verfolgt man die Veröffentlichung der Medien, so scheinen die Berufschancen ausserordentlich gut zu sein. Allenthalben werden Arbeitskräfte mit IT-Kenntnissen umworben. Schaut man jedoch genauer hin, stellt man fest, dass diese Branche in vielen Fällen keine langfristige Perspektive für schlecht ausgebildete Autodidakten darstellt.

Aus für Autodidakten

Ausgehend von der Tatsache, dass in Deutschland, so gut wie keine „global players“ im IT-Sektor entstanden sind, ist die Informatik selten Produkt, vielmehr Mittel zur Realisierung anderer Ziele. Die Arbeitsplätze finden sich eher in den Grenzbereichen zwischen Informatik, Wirtschaft und Technik. Dies hat zur Folge, dass ein Programmierer in Deutschland selten als „reiner“ Programmierer, vielmehr als Realisierer kaufmännischer Aufgaben eingesetzt wird.

Um jedoch komplexe Aufgaben aus jedwedem Bereich mit IT-technischen Mitteln realisieren zu können, bedarf es umfangreicher Kenntnisse. Der perfekte Umgang mit einer oder mehreren Programmiersprachen ist Grundlage, aber keine umfassende Befähigung. Selbst wer über solide Kenntnisse in hardwarenaher oder anwendungsorientierter Programmierung verfügt, muss zusätzlich Kenntnisse über das jeweilige Aufgabengebiet vorweisen können.

Anforderungsprofil: Vom reinen Programmierer zum Realisierer

Bei dem sich stets wandelnden Angebot an einsetzbaren Werkzeugen (Programmiersprachen) bilden mathematisches und theoretisches Wissen die Basis für ein langfristiges Arbeiten im IT-Bereich. Weiterhin helfen solide Grundlagenkenntnisse und ein Anwendungsbezug schon während des Studiums, das vermitteln Praktika oder Projekte.
Allein das Wissen über theoretische Grenzen und die Erfahrung in der Realisierung komplexer mathematischer Strukturen erlaubt es, die Wünsche der Kunde erfolgreich zu erfüllen. Einfache Kundenwünsche, wie das Finden einer optimalen Route für einen Handlungsreisenden, sind bei heutigem Wissensstand der Theoretischen Informatik nicht wirklich zu lösen, so dass ein für den Auftagsgeber zufriedenstellendes Ergebnis nur mit Hilfe intelligenter approximativer Verfahren möglich ist. Die alleinige Kenntnis der modernen höheren Programmiersprachen kann bei diesem Problem niemals zum Erfolg führen.

Abschliessend lässt sich sagen, dass sich das Anforderungsprofil beim Programmierer in Richtung Realisierer erheblich verändert hat. Eine in zunehmendem Maß geforderte Spezialisierung auf Fertigkeiten im Umgang mit Programmiersprachen ist somit ohne solide Grundlagenorientierung kein Fundament für ein langfristiges berufliches Leben in der IT-Branche. Dass heute noch Autodidakten in diesem Bereich tätig sind, ist vielmehr auf das fehlende IT-Verständnis des Auftragsgebers als auf das Vorhandensein wundersamer Fertigkeiten des Programmierers zurückzuführen.


Text: Bianca Borsan (Red.)


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