Onlinebewerbung VII - Bestandteile und Inhalte - Die Details, die Besonderheiten, der Erfolg
Wie genau sieht eigentlich eine Online-Bewerbung von den Inhalten her aus? Muß man dabei etwas Besonderes beachten? Ja, muß man! Vielleicht einen der wichtigsten Punkte zum Thema Erfolg und Besonderheiten der Online-Bewerbung zeigt eine Studie** aus den letzten Jahren auf, die feststellt, dass 55% der eingehenden Onlinebewerbungen nach Ansicht der befragten Personalverantwortlichen nicht dem Niveau einer schriftlichen Bewerbung entsprechen. 41% der BewerberInnen gaben zu, online etwas zu schludern. Wer sich also bemüht, den Standard zu halten, verbessert seine Chance signifikant! Viel Glück!
Inhalte/ Bestandteile einer Online-Bewerbung:
E-Mailadresse des Absenders
Für eine Online-Bewerbung sollte eine neutrale und seriöse E-Mailadresse verwendet werden, am besten: vorname.nachname@provider.de oder evtl. auch nachname.stadt@provider.de . Eine Möglichkeit ist auch, die Eigenschaften des E-Mail-Programms so zu konfiguieren, dass Vorname + Nachname + Stadt als Absender genannt werden, selbst wenn die eigentliche E-Mailadresse, z.B. wegen der Häufigkeit des Namens anders lautet/ lauten musste.
In einer Bewerbungsphase sollte der E-Mail-Briefkasten regelmäßig kontrolliert werden. Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu verpassen, weil der Briefkasten seine Kapazitäten überschritten hat, ist für dich und natürlich den Einladenden sehr ärgerlich.
E-Mailadresse des Empfängers
Ideal ist es, die persönliche E-Mailadresse zu verwenden und diese evtl. zu erfragen. Bei großen Firmen, die Bewerbungen z.B. über das „Bewerbungscenter" o.ä. und einheitlich unter einer E-Mailadresse abwickeln, wird man bei einem solchen Versuch vielleicht nicht unbedingt erfolgreich sein. Da aber grundsätzlich vor einer Bewerbung ein Anruf i.d.R. nicht schaden kann, kann man dabei auch z.B. höflich eine evlte. persönliche E-Mailadresse erfragen.
Betreff
Ein aussagefähiger Betreff erleichtert dem Empfänger das Leben und ermöglicht ihm eine schnellere Zuordnung, gerade bei einer Flut von Bewerbungen. In der Betreffzeile bei E-Mail-Bewerbungen also möglichst das Wort "Bewerbung", den Titel der Anzeige/ des Berufs/ der Tätigkeit (ggf. gekürzt) sowie die evtle. Kennziffer der Anzeige eingeben.
Bei Bewerbungen per Online-Formular braucht man sich i.d.R. um den Betreff nicht zu kümmern. Dieser wird automatisch eingetragen.
Mailtext
Im Mailtext kann man kurz und knapp Schlüsselwörter (Anforderungen) des Unternehmens aufgreifen. Nützlich z.B. in größeren Unternehmen, die viele Bewerbungen erhalten. Sucht z.B. der Personalsachbearbeiter alle eingehenden Mails nach bestimmten Unternehmensanforderungen ab, wie „Kommunikationsstärke", „gute Mathekenntnisse" würde er bei deinem Text fündig werden.
Deine Adresse
Wichtig für den Empfänger deiner Bewerbung ist die Angabe deiner Adresse und Kommunikationsdaten. Sehr unkomfortabel für deinen potentiellen Arbeitgeber sind quasi anonyme Bewerbungen.
Die komplette Adresse inkl. Telefonnummer(n) / evtl. FAX) gehören an mindestens zwei Stellen:
- In den Briefkopf des Anschreibens
- Unter "Persönliche Daten" im tabellarischen Lebenslauf
- Empfehlenswert ist außerdem die Angabe im E-Mail-Text selbst
Datum
Jede E-Mail erhält automatisch einen sogen. Datumsstempel, aus der der Empfänger ersehen kann, wann die E-Mail versendet wurde. Bitte achte von daher darauf, dass eventuelle Datumsangaben in deinem Anschreiben, deinem Lebenslauf und sonstigen Unterlagen übereinstimmen und aktuell sind.
Anschreiben:
- Dein Anschreiben wird zuerst gelesen und vermittelt den ersten Eindruck von dir. Oft entscheidet sich bereits hier, auf welchen "Stapel" deine Bewerbung kommt.
- Beziehe dich immer auf die aktuelle Stelle und nenne hier die Kennziffer der Anzeige sowie auch das Medium (Zeitung, Portal).
- Prüfe sorgfältig, ob die Anschrift des Unternehmens und die Anrede des Ansprechpartners passen (Herr oder Frau sowie Nachname). Dies wird beim Kopieren oft übersehen. Es hinterlässt den denkbar schlechtesten Endruck, wenn du dich 1) im falschen Unternehmen 2) bei der /dem falsche (n) AnsprechpartnerIn 3) für den falschen Job bewirbst.
- Auch wenn der Umgangston in E-Mails insbesondere im Privatbereich mittlerweile sehr locker geworden ist, ist bei einer Online-Bewerbung auf jeden Fall darauf zu achten, dass sich Ton und Stil an die Gepflogenheiten eines normalen Geschäftsbriefes bzw. einer Bewerbung in Schriftform halten.
- Schreibe von daher sachlich, prägnant und höflich, lass langatmige und zu komplizierte Formulierungen aus.
- Vermeide ein unsauberes Schriftbild sowie Fehler im Text
- Präsentiere dich selbstbewusst - nicht zu verwechseln mit arrogant - und zielgerichtet.
- Vermeide negative Ausdrücke und Formulierungen und hebe schwache Seiten nicht unnötig hervor
- Vermeide unstrukturierte Texte, gestalte dein Anschreiben wegen der besseren Lesbarkeit mit Absätzen.
- Achte darauf, keine besonderen Schriftarten zu verwenden, sondern nur Times (New Roman), Arial oder Helvetica. Nur diese sind auf praktisch allen Rechnern installiert und es ist gewährleistet, dass das Dokument so aussieht, wie auf dem eigenen Rechner. Das Einbinden von zusätzlichen Schriftarten in ein PDF ist zwar möglich, aber vergrößert die Datei unnötig.
- Betone keine Qualifikationen, die für die angebotene Stelle unerheblich sind.
- Vermeide u.a. folgende Floskeln und Ausdrucksweisen: „Ich bin zu allem bereit, ich akzeptiere jede Bedingung", „Ich brauche den Job unbedingt", „Schuld an Mißständen waren immer die Umstände oder die Anderen".
- Ein Smiley trägt sonst vielleicht zur Stimmungsaufhellung bei - in einer Online-Bewerbung haben Emoticons welcher Art auch immer nichts verloren.
- Bedenke bitte auch, dass deine Bewerbung in der Regel von dem Personalverantwortlichen auch evtl. ausgedruckt und im Unternehmen weitergereicht wird.
Formularfelder in Online-Bewerbungen
In Online-Bewerbungs-Formularen findet man oft viele Eingabefelder vor. Du solltest davon ausgehen, dass das jeweilige Unternehmen gerne Informationen über die dort abgefragten Bereiche haben möchte. Mit der Eingabe der Daten machst du dir zwar das Leben schwerer, aber dem Empfänger leichter. Was ist wichtiger? Du kommst sicherlich darauf! Speichere dir Textbausteine auf deinem Rechner ab, damit du nicht jedes Mal wieder von vorne anfangen musst. Achtung beim Zusammenstellen bzw. Kopieren, sonst kommt es hier evtl. zu den gleichen Peinlichkeiten wie bereits unter „Anschreiben und Anschrift/
Anrede" genannt.
Bitte fülle das Anschriften- und Kommunikationsfeld (Telefon, E-Mail, ...) sowie das Anschreibenfeld aus. Dies ist deine Visitenkarte, denn das Unternehmen sieht zuerst genau diesen Bereich. Fügst du - auf Wunsch des Unternehmens - einen Lebenslauf an, in dem alle relevanten Daten (Ausbildung, berufliche Stationen, ...) enthalten sind, brauchst du die entsprechenden Felder in der Online-Bewerbung nicht unbedingt auszufüllen. Ein entsprechender Hinweis im Anschreiben reicht aus.
Anlagen
Nutze die Gelegenheit, deine Unterlagen per Anhang mitzusenden. Hierdurch erhält deine Bewerbung eine persönliche Note und du kannst deine Stärken und Erfahrungen besonders herausstellen. Berücksichtige auch hierbei die Wünsche des Unternehmens. Ein „Zuviel" genauso wie ein „Zuwenig" lässt den Personalsachbearbeiter aufstöhnen, was nicht unbedingt zu deinem Vorteil ist.
Bitte beachte bei der Versendung von Anlagen die folgenden wichtigen Regeln: Deine Anlagen sollten nicht zu groß sein (insgesamt max. 1 MB) und sie sollten möglichst keine Dokumentformate verwenden, die virenverseucht sein können. Diese werden nämlich gegebenenfalls einfach ausgefiltert.
** Studie des Klaus Resch Verlags (www.berufsstart.de)














